Schmetterlinge im Winter

 So können wir den Schmetterlingen beim Überwintern helfen

Tagpfauenauge (Aglais io) auf einem sogenannten Sommerflieder / Schmetterlingsflieder (Buddleja davidii), welcher eine invasive Pflanzenart ist

 

 Von Frühling bis in den Spätsommer können wir uns an umherflatternden Schmetterlingen verschiedener Art erfreuen. Wer einen eigenen Garten besitzt, hat oftmals eine größere Anzahl dieser Insekten um sich, als ein Stadtmensch mit Wohnung. Dennoch verirrt sich so ein Tierchen auch gerne mal nach drinnen.

 

Begegnet uns ein Schmetterling im Sommer in der Wohnung, stellt dies eine freudige Begegnung von kurzer Dauer dar. Denn in der Regel wird ein Fenster geöffnet und der Falter fliegt auf und davon. Hin und wieder bedarf er vielleicht mal einen leichten Schubs in die richtige Richtung, denn geradeaus fliegen ist nicht so ihr Ding.
Dass die Tierchen so schnell im Zickzack fliegen, liegt daran, dass sie Vierflügler sind. Falter könnten alleine mit den vorderen zwei Flügeln fliegen. Durch die hinteren Flügel sind sie jedoch wendiger und schneller. So können sie durch das unerwartete Umhergeflatter potenziellen Feinden entkommen.

 

Findet sich ein Schmetterling im Winter in unserer Wohnung, sieht die Sachlage schon wieder ganz anders aus. Denn im Winter wird er eher ruhig an einer Wand oder einem Fenster sitzen. Ihn bei Minusgraden einfach vor die Tür setzen, könnte den Tod des Tieres bedeuten. Wie also können wir dem Insekt durch den Winter helfen?

Der erste Gedanke ist vermutlich, ihn an eine vielleicht blühende Zimmerpflanze zu setzen, damit er essen kann. Manch einer möchte vielleicht auch Zuckerwasser anbieten. Doch ist das eine optimale Lösung? Nein ist es nicht. Denn dies bringt den kompletten Rhythmus des Falters durcheinander. Die meisten, in Deutschland vorkommenden, Schmetterlingsarten ziehen sich in eine Winterruhe zurück. Sie verfallen in eine sogenannte Winterstarre.

Je nach Schmetterlingsart kann der Ort zum Überwintern ganz unterschiedlich sein. Der Zitronenfalter hat in seinem Blut eine Art Frostschutzmittel. Daher ist er auch bei Minusgraden an Efeublättern, hohen Grashalmen oder Brombeerpflanzen zu finden. Findet sich jedoch ein Tagpfauenauge zur eisigen Jahreszeit im Freien, wird dieser den Winter nicht überleben. Dennoch braucht er keine warme Wohnung. Auch hier muss er umgesetzt werden. Die optimale Möglichkeit für die Winterruhe des Tagpfauenauges bieten Keller, Schuppen und andere unbeheizte Räumlichkeiten. Dort kann sich der Falter zurückziehen und in seine Winterstarre verfallen. Wichtig ist jedoch, die Räumlichkeiten im Frühling rechtzeitig zu öffnen, damit die Tiere wieder hinausfinden. Die Freilassung sollte erst nach Beendigung der Frostperiode stattfinden.

 

In der Regel können wir die Schmetterlinge sich selbst überlassen, insofern sie sich nicht gerade in unsere warmen Wohnungen verfliegen. Der Distelfalter zieht im Winter nach Afrika. Andere Falterarten überwintern als Ei oder als Puppe unter Blättern. So entsteht im Frühling eine tolle Mischung aus Raupen und fertigen Schmetterlingen.

 

Admiral (Vanessa atalanta)

Damit jede Menge Falterarten in unsere Gärten ziehen, sollte eine Vielzahl unterschiedlicher Blühpflanzen in den Garten gesetzt werden, sodass von Frühling bis Spätsommer immer etwas blüht und die Insekten ernährt. Im Herbst kann Laub angehäuft werden, denn auch darin überwintern Raupen, Puppen, Falter und Co. Das Gras darf im Herbst gerne ungemäht bleiben und besonders wichtig, nicht die Winterruhe der Tiere stören.

 

Blogbeitrag v. Nancy Meissner
Bilder v. Nancy Meissner
Quellen: BUND | bundbremen.net | Artikel: Halten Schmetterlinge eigentlich Winterschlaf | 08. Januar 2020

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