Krötenwanderung - wo wollen die Tiere denn hin?
Ab März beginnt wieder die jährliche Krötenwanderung. Dann heißt es, besonders von der Abenddämmerung bis in den ganz frühen Morgenstunden, wieder besonders vorsichtig mit dem Auto unterwegs zu sein. Zumindest in den gekennzeichneten Bereichen.
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| Erdkröte (Bufo bufo) |
Doch warum wandert die Kröte überhaupt? Wo will sie denn nur hin?
Letztendlich ist die Krötenwanderung eher eine Amphibienwanderung. Denn auch Salamander, Molche, Frösche und Co beginnen zur oben genannten Zeit ihren Weg zum Zielteich. Das Ziel ist immer der Geburtsort des jeweiligen Tieres. Insbesondere die Erdkröten (lat. Bufo bufo) sind sehr ortsgebunden. Der Instinkt der Tiere sagt ihnen, dass der eigene Geburtsort optimale Bedingungen zur Fortpflanzung bietet.
Der Grund der umständlichen und überaus gefährlichen Reise ist also die Fortpflanzung. Sollte der Weg versperrt sein, suchen sich die Amphibien ein Alternativgewässer zur Laichablage. Ist keines auffindbar, kann der Laich zurückgebildet und für das Folgejahr aufbewahrt werden.
Am Zielort angekommen findet in der Regel die Partnersuche statt. Hin und wieder kommt es aber auch vor, das Kröten ihre Partner bereits unterwegs antreffen und die Reise gemeinschaftlich fortsetzen. Das Weibchen trägt das Männchen dann mehrere Kilometer auf ihrem Rücken mit sich herum. Manchmal hat es sogar mehrere Männchen im Gepäck. Das "Huckepacktragen" bietet einen gewissen Schutz vor Fressfeinden. Praktisch, dass das Weibchen stets ein gutes Stück größer ist, als das männliche Krötentier.
Starker Rückgang der Amphibien
Leider musste in den letzten Jahren ein starker Rückgang der Amphibien verzeichnet werden. Gründe dafür sind zu lang anhaltende Trockenheit sowie die vermehrte Bebauung. Wo Wiesen oder Kleingärten waren, werden immer mehr Häuser hingebaut. Diese machen es den Tieren unmöglich zu ihrem Laichplatz zu gelangen.
Ein gutes Beispiel für den drastischen Rückgang von Kröten und Co ist Berlin Kaulsdorf. Zwischen Schleipfuhl und Krepppfuhl konnten, laut NABU, im Jahr 2022 noch 1000 Tiere fünf verschiedener Arten dokumentiert werden. 2023 waren es nur noch sieben! Dies ist mit Sicherheit nicht der einzige Krötenwanderweg, an dem die Zahlen so rapide gesunken sind.
So kann jeder
Krötchen und Co beim Wandern helfen
Bitte vom Gas gehen, wo die 10 km/h vorgeschrieben sind und auch tatsächlich anhalten, wenn eine Amphibie den Weg kreuzt. Sie können dem Tier auch gerne über die Straße helfen, damit Sie wieder freie Fahrt haben.
Jedes Jahr werden ehrenamtliche Helfer gesucht, die bei dem Aufbau der Amphibienschutzzäune und der Fangfallen helfen. Auch das Absammeln und Umsiedeln wird in der Regel mit freiwilligen Helfern gemacht. Wer helfen möchte, kann direkt beim NABU nachfragen.
Bestenfalls werden Amphibien nicht mit bloßen Händen angefasst. Nicht etwa, weil die Tiere uns schaden könnten, sondern weil der Mensch ihnen schaden kann. Wir haben zahlreiche Bakterien und Keime an den Händen. Die Amphibienhaut ist sehr durchlässig und empfindlich. Manch ein menschlicher Keim kann die Amphibie töten.
Blogbeitrag: Nancy Meissner
Foto: Nancy Meissner
Quellen: NABU

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